Einführung: Messer als Werkzeug
Der Sippenleiter legt verschiedene Messer (z. B. Klappmesser, Klappmesser mit Arretierung, feststehende Messer, Messer mit durchgehendem Erl) gut sichtbar auf einen Tisch. Wichtig: Die Kinder dürfen sie noch nicht anfassen.
Gesprächsimpuls:
- Welche Unterschiede seht ihr zwischen den Messern?
- Woran erkennt man ein stabiles Messer?
- Was könnte der Vorteil eines feststehenden Messers gegenüber einem Klappmesser sein?
Nachdem die Unterschiede besprochen wurden, folgt ein kurzer Sicherheitshinweis: Messer sind Werkzeuge, keine Spielzeuge. Sie sind scharf und können Verletzungen verursachen.
Die sichere Messerübergabe üben
Bevor die Kinder ein Messer in die Hand nehmen, wird die richtige Übergabe eingeübt. Besonders bei feststehenden Messern ist eine sichere Übergabe wichtig, damit niemand aus Versehen verletzt wird.
Die richtige Übergabe:
- Das Messer wird mit einer bewussten Handbewegung von der Schnitzhaltung in die Übergabeposition gebracht.
- Das Messer wird so gehalten, dass die stumpfe Seite der Klinge auf der eigenen Handfläche liegt.
- Der Übergebende sagt „Bitte“ und hält Blickkontakt mit dem Gegenüber.
- Der Nehmende sagt „Danke“, bevor er das Messer übernimmt.
Übung:
Die Gruppe stellt sich im Kreis auf und gibt ein echtes Messer nacheinander weiter – immer mit der ritualisierten Übergabe. Sobald das Messer wieder beim Sippenleiter angekommen ist, gibt es eine kurze Reflexion:
- Fiel es euch leicht oder schwer?
- Was hat gut funktioniert, was war ungewohnt?
Zur Vertiefung wird nun das „Redemesser“ genutzt: Es geht im Kreis herum, und nur das Kind, das es in der Hand hält, darf sprechen. Die Frage: „Warum ist eine sichere Messerübergabe wichtig?“
Messerregeln besprechen
Jetzt, da alle ein Gefühl für Messer bekommen haben, werden die grundlegenden Regeln besprochen.
Regeln für den Umgang mit Messern:
✅ Wer schnitzt, sitzt.
✅ Immer eine Arm- + Messerlänge Abstand zum Nachbarn halten.
✅ Immer vom Körper wegschnitzen.
✅ Messer bleiben scharf – ein stumpfes Messer erhöht das Verletzungsrisiko.
✅ Niemals mit dem Messer rennen oder werfen.
✅ Kein Draht oder Stein schneiden – das ruiniert die Klinge.
Die Kinder wiederholen reihum eine Regel, um sie sich einzuprägen. Dann folgt eine persönliche Abfrage: „Hast du die Regeln verstanden?“ – mit Blickkontakt.
Schnitzpraxis: Ein erstes Projekt
Nun bekommt jeder sein eigenes Messer. Wer kein eigenes hat, bekommt eines geliehen.
Als erstes Schnitzprojekt eignen sich kleine Pilze oder einfache Spielfiguren.
Tipps für den Sippenleiter:
- Gegebenenfalls erst mit einem einfachen Rundstab üben, bevor die Kinder in kreatives Schnitzen übergehen.
- Zehn Minuten vor Ende die Gruppe darauf hinweisen, dass bald Schluss ist – damit niemand in Eile Fehler macht.
Aufräumen & Reflexion
Wenn die Schnitzzeit vorbei ist:
- Messer wieder einsammeln und verstauen.
- Schnitzplatz sauber hinterlassen: Die Kinder kehren ihre Holzspäne zusammen.
- Ergebnisse präsentieren: Jedes Kind darf sein Schnitzprojekt zeigen und sagen, was gut geklappt hat und was es beim nächsten Mal besser machen möchte.
Zum Abschluss kann noch ein kurzes Spiel gespielt werden, bevor die Stunde im Abschlusskreis endet.
Hinweise für den Sippenleiter:
- Achte darauf, dass alle Kinder sicher schnitzen und nicht herumalbern.
- Falls ein Kind unsicher im Umgang mit dem Messer ist, nimm dir extra Zeit, um es anzuleiten.
- Falls jemand sich verletzt, ruhig bleiben, Wunde versorgen und das Kind beobachten, bevor es weiter schnitzt.